Enten sind nicht nur prima Schauspieler, nein, sie sind auch ganz mutige Schauspieler. So eine Heldendarstellerin haben wir auf unserem heutigen Spaziergang kennengelernt. Leider haben wir von ihrer Glanzaufführung keine Bilder. Unser Frauchen war erst erschrocken, dann verdutzt und schließlich erleichtert, deshalb gibt es keine Beweisfotos, sondern nur Bilder von unserem Spaziergang.
Alles begann als Lotte am Wegesrand im Gras rum schnupperte. Auf einmal flog ganz kurz vor ihrer Nase eine Ente hoch. Wir hatten uns alle erschrocken. Ungefähr zwei Meter vor uns landete die Ente auf dem Weg, torkelte ganz schrecklich und schlug wie wild mit den Flügeln. Wie ein Kreisel wirbelte sie vor uns her. Frauchen schrie gleich auf: "Herrje Lotte, jetzt hat sie sich wohl ein Bein oder den Flügel gebrochen"! Wir standen immer noch wie die Ölgötzen da und schauten dem furchtbarem Treiben zu. Kein Bellen kam aus unseren Schnauzen. Schuldbewusst und bedröppelt schauten wir unser Frauchen an.
Frauchen suchte hektisch nach einem Baum, um uns anzuknippern und überlegte wie sie die Ente denn fangen könnte. Der Ente musste doch geholfen werden. Die musste zum Tierarzt. Das Tierchen flatterte immer noch auf dem Weg rum. Wir entschlossen uns ein Stückchen in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Erstmal von der Ente weg. Vielleicht beruhigt sie sich ja ein wenig.
Kaum waren wir unterwegs, flog die Ente hoch und landete wieder kurz vor unseren Nasen. Dann das gleiche Theater, Flügelschlagen und ganz schlimm torkeln. Da wurde dann unser Frauchen doch stutzig. Wieso konnte die auf einmal so prima fliegen??? *grübel*
Wir gingen jetzt ganz langsam weiter. Die Ente torkelte noch ca. fünf Meter vor uns her. Immer auf einen bestimmten Abstand achtend. Dann flog sie hoch, über uns hinweg und genau zu der Stelle wo Lotte geschnuppert hatte. Als sie dort landete hörten wir ein aufgeregtes lautes Piepsen und Frauchen war sehr erleichtert. Das Entchen hatte dort im Gras ihre Jungen sitzen und wollte uns einfach von dieser Stelle weg locken. Sie spielte uns tatsächlich die Rolle der "leichten Beute" vor, um ihre Jungen zu beschützen. Und das war ihr auch gelungen.
Wir waren einer ganz tapferen Entenmama begegnet.
Dann gingen wir unsere Runde weiter. Allerdings saß uns der Schrecken immer noch in den Knochen und wir machten erst mal eine Pause.
Und weil wir eine "Runde" liefen, kamen wir auf dem Rückweg ja wieder an dieser Stelle vorbei. Ganz vorsichtig sind wir vorbei geschlichen, ganz dicht bei Frauchen. Wir haben nicht einmal zu der Stelle hingesehen. Frauchen hätte sich ja zu gerne mal vorsichtig angeschlichen, um vielleicht doch noch ein Foto zu machen, aber sie wollte auch die Entenküken und ihre Mama nicht noch einmal aufschrecken.
Darum sind wir dann nach Hause gegangen. Da wartete aber auch schon eine Überraschung auf uns.
Die liebe Tibi und ihr Frauchen haben uns eine schöne Karte geschickt.
Ihr Lieben, wir haben uns ganz doll gefreut.
Vielen Dank.
Von unserem Spaziergang haben wir euch noch ein Blümchen mitgebracht. Naja, ein richtiges Blümchen ist es wohl diesmal nicht. Sieht ziemlich stachlig aus. Hoffentlich gefällt es euch trotzdem.
Kommt alle gut ins Wochenende, mit Sonne und schönen Spaziergängen.
Eure Emma und Lotte